Nachgefragt ...

Nachgefragt ...

Frage: Ist für Sie der Ausruf „Free Palestine“ bereits ein Hasskommentar?
Ben Salomo: Ja, denn dieser Slogan hat eine Geschichte. Er steht eigentlich für den Satz „From the river to the sea, Palestine will be free“. Damit wird de facto das Existenzrecht des Staates Israel infrage gestellt.
Frage: Warum sind laut der gezeigten Grafik die antisemitischen Vorfälle im Jahr 2023 so stark gestiegen?
Ben Salomo: Der rasante Anstieg hängt direkt mit dem Terrormassaker der Hamas zusammen. Auch wenn es widersprüchlich klingen mag, hat dieses Ereignis bei Antisemiten ein euphorisches Siegesgefühl hervorgerufen. Und dabei ist die Dunkelziffer in der Statistik noch gar nicht erfasst.
Frage: Welche Rapper haben sich aus Ihrer Sicht - auch Ihnen persönlich gegenüber - antisemitisch verhalten?
Ben Salomo: Das waren unter anderem Massiv, Haftbefehl, Sinan-G und Kollegah.
Frage: Welche Musik hören Sie heute privat?
Ben Salomo: Ich höre gerne israelischen Rap und Jazz, aber auch amerikanische Hip-Hop-Klassiker wie 2Pac und den Wu-Tang Clan.
Frage: Wie kann man sich wehren, wenn man Antisemitismus im Alltag erlebt?
Ben Salomo: Zuerst einmal darf man sich niemals selbst in körperliche Gefahr bringen. Wenn es die Situation zulässt, sollte man mit den Tätern sprechen oder sich mit anderen darüber austauschen. Es hilft auch, Selbstverteidigung zu lernen, um Selbstbewusstsein auszustrahlen. Ganz wichtig: Solche Vorfälle immer bei der Meldestelle RIAS melden.
Frage: Vermissen Sie Ihr altes Leben im Musikbusiness?
Ben Salomo: Der Ruhm war anfangs schön, aber gegen Ende wurde es zu einer enormen psychischen Belastung. Heutzutage sehe ich Rap-Battles auch aufgrund vieler anderer problematischer Themen sehr kritisch.
Frage: Wer waren die bekanntesten Rapper in Ihrer damaligen Show „Rap am Mittwoch“?
Ben Salomo: Zu den bekanntesten gehörten Kool Savas, Finch, Capital Bra und Sido.
Frage: Welches Ihrer Autos wurde damals angezündet?
Ben Salomo: Das war ein lilafarbener VW Polo, Baujahr 1998.
Frage: Welche Hoffnung haben Sie für die nächste Generation?
Ben Salomo: Ich hoffe sehr, dass die Jugendlichen ganz viel aus meinen Vorträgen mitnehmen. Besonders wichtig ist mir dieser „Aha-Effekt“, wie er bei dem Aufsteh-Experiment entsteht. Es ist unabdingbar, sich auf die Seite der jüdischen Bevölkerung zu stellen – denn mit Antisemitismus fängt der Hass in einer Gesellschaft oft erst an.

Wir danken Ihnen fürs Interview ... Ihre SOR-Gruppe